Der Hauptunterschied zwischen dem klassischen WIG-Puls-Schweißen und dem Mikroimpuls-WIG-Schweißen liegt in der Frequenz, der Impulsdauer und der Dimension des Wärmeeintrags, wodurch sich die Verfahren primär in ihrer mechanischen Präzision und ihren Zielanwendungen unterscheiden.
- Frequenz und Impulsdauer:
- WIG-Puls-Schweißen: Nutzt typischerweise niedrige bis mittlere Frequenzen (von ca. 0,5 Hz bis zu einigen Hundert Hz). Das Gerät wechselt in dieser Taktung automatisch zwischen einem hohen Spitzenstrom (I-Peak) und einem niedrigen Grundstrom (I-Base), um den Wärmeeintrag bei einer fortlaufenden Schweißnaht zu steuern.
- Mikroimpuls-WIG: Arbeitet mit extrem kurzen, hochpräzisen Impulsen im Millisekunden- oder Mikrosekundenbereich. Die Anlage feuert dabei oft gezielte Einzelimpulse ab (punktuelles Schweißen ähnlich wie beim Laserschweißen), anstatt eine klassische, durchgehende Pulsraupe zu ziehen.
- Anwendungsbereiche und Blechdicken:
- WIG-Puls-Schweißen: Kommt vor allem im klassischen Blech-, Rohr- und Apparatebau (z. B. für dünnere Bleche ab ca. 1 mm) zum Einsatz, um den thermischen Verzug zu minimieren und die optische Nahtstruktur kontrollierbar zu machen.
- Mikroimpuls-WIG: Ist für den absoluten Feinst- und Mikrobereich ausgelegt. Es dient als präzise Alternative zum Laserschweißen für extrem dünne Werkstoffe (unter 0,1 mm bis ca. 1,2 mm). Typische Branchen sind der Werkzeug- und Formenbau (z. B. Kanten- und Rissreparaturen), die Schmuckindustrie, die Medizintechnik sowie die Feinmechanik und Sensorik.
- Wärmeeintrag und Handhabung:
- WIG-Puls-Schweißen: Reduziert den Wärmeeintrag im Vergleich zum ungetakteten WIG-Schweißen, bleibt jedoch ein fließender, linienorientierter Prozess, der mit Standard-Schweißhelmen und konventioneller Brennerführung bedient wird.
- Mikroimpuls-WIG: Führt zu einem minimalen, lokal extrem begrenzten Wärmeeintrag, wodurch angrenzende hitzeempfindliche Zonen geschont werden. Aufgrund der winzigen Dimensionen wird hierbei meist mit fixierten Mikro-Elektroden und optischen Systemen wie Schweißmikroskopen gearbeitet.